Jede Plattform – abgesehen von YouTube – lebt neben den Texten hauptsächlich von Fotos. Nicht immer muss es das Profi-Equipment sein, mit dem man seine Fotos schießt, gerade am Anfang einer Social Media Karriere möchte man natürlich nicht in eine kostspielige Ausrüstung oder einen Fotografen investieren. Die modernen Handys bieten einem allerdings meist sehr gute Möglichkeiten, um professionelle Ergebnisse zu erzielen – wenn man sich mit der Technik auseinandersetzt und gewillt ist, ein wenig zu üben. Bilder sind definitiv etwas, womit man sich von anderen abheben kann, da man auch durch den Bearbeitungsstil viel von seiner eigenen Note mit einbringen kann. 

Seit Oktober 2016 ist Franziska Sack (FS Bildpoesie) ein unverzichtbarer Teil unserer Teams. Sie hat sich bereit erklärt, als professionelle Fotografin ein paar Tipps und Tricks für das perfekte Handybild an euch weiterzugeben. 

Nutze das Licht richtig 

Das beste Licht für Fotos hat man grundsätzlich in den ersten drei Stunden nach Sonnenaufgang, beziehungsweise in den letzten drei Stunden vor Sonnenuntergang. In diesem Zeitfenster ist das Licht deutlich weicher als zur Mittagszeit und so kann man scharfe Schatten vermeiden. Sollte man doch einmal mitten am Tag fotografieren müssen, so empfiehlt es sich, ein schattiges Plätzchen zu suchen. Insbesondere im Sonnenauf- oder Sonnenuntergang sollte man gegen das Licht fotografieren, dadurch vermeidet man, dass man mit zusammengekniffenen Augen gegen die Sonne ankämpfen muss, außerdem vermeidet man so starke Schatten im Gesicht. 

Gerade Linien

Manchmal wirkt ein Bild unruhig und man kann nicht so recht ausmachen, wo dieses Gefühl herrührt. Beim Fotografieren konzentriert man sich schnell nur auf das Motiv und vergisst dabei das Drumherum, dabei ist der Hintergrund des Bildes genau so wichtig, um ein stimmiges Bild zu kreieren. Wer beispielsweise auf ein offenes Feld fotografiert, sollte unbedingt darauf achten, dass der Horizont eine gerade Linie bildet – sonst hat man hinterher vielleicht ein schönes Bild, das aber leider durch einen schiefen Horizont unharmonisch wirkt. 

Die richtige Pose – des Fotografen, nicht des Models

Wer seine Tiere fotografiert oder sich von jemand anderem fotografieren lässt, der muss sein (ungeübtes) Gegenüber auch ein wenig coachen, denn nicht nur die Position des Models ist wichtig, sondern auch die des Fotografen. Für Porträtfotos gilt, dass man immer auf Augenhöhe fotografieren sollte. Dazu muss man manchmal vielleicht in die Hocke gehen oder auf eine Erhöhung steigen. Beim Fotografieren von unten gilt, dass die Proportionen des Motivs nicht verzerrt sein sollen, meistens schmeichelt es dem Model mehr, wenn man seitlich frontal steht. 

Der Hintergrund 

Man kann das schönste Motiv auf der Welt fotografieren, wenn sich im Hintergrund ein Misthaufen türmt oder der Müll stapelt, dann lenkt das auf jedem noch so gelungenen Bild den Blick des Betrachters ab. Ideal ist bei jedem Shooting eine Ecke, in welcher der Hintergrund möglichst ruhig und unaufgeregt ist. Hierfür eignen sich zum Beispiel leere Wände oder Mauern, natürlich auch hübsche Bäume oder Sträucher. Wenn sich das Motiv dann noch ein Stück weit weg vom Hintergrund positioniert, erhält man eine gewisse Unschärfe, wodurch das Motiv ruhiger in Szene gesetzt wirkt. 

Das fertige Bild

Wenn man sich vorher überlegt, wie das Motiv in der zur Verfügung stehenden Location in Szene gesetzt werden kann, fällt einem die finale Positionierung viel leichter. Klingt eigentlich ganz simpel – macht aber enorm viel aus! Im Internet findet man (zum Beispiel auf Pinterest) viele Inspirationen für gelungene Fotos und kann diese „nachstellen“ – natürlich neu interpretiert und nicht eins zu eins kopiert. 

Speicherplatz

Klingt nach einer Selbstverständlichkeit, doch gerade, wenn man sein Handy zum Fotografieren und eventuell auch zum Filmen nutzt, ist auch beim großzügigsten Speicherplatz irgendwann das Limit erreicht. Gerade bei Serienaufnahmen kann es auch mal passieren, dass man hunderte Fotos am Stück schießt und genau in dem Moment, wo das perfekte Bild entstehen könnte, ist der Speicherplatz voll. 

Stabilisation

Man sollte mit dem Handy ebenso fotografieren, als würde man eine große Kamera in der Hand halten, sprich es mit beiden Händen festhalten, um so für die nötige Stabilisation zu sorgen. Dadurch verwackeln sowohl Fotos als auch Videos deutlich weniger und führen zu einem professionelleren Gesamtergebnis. 

Das Handy kennen

Die heutigen Smartphones verfügen teilweise schon über Unmengen an Voreinstellungen, zum Beispiel auch bestimmte Fotofilter oder Lichteinstellungen. Man sollte sich einmal ein wenig Zeit nehmen und sich durch alle Einstellungen und Möglichkeiten durchtesten, um so herauszufinden, wie man die besten Ergebnisse erzielen kann. Vor allem sollte man die höchste Aufnahmequalität wählen – diese wiederum kostet allerdings mehr Speicherplatz, weswegen man dabei immer Punkt sechs dieser Liste im Blick haben sollte. 

Weg mit dem Blitz

Wie auch bei der Fotografie mit einer richtigen Kamera sollte man es vermeiden, den integrierten Blitz zu nutzen. Dieser verschreckt meist nur das Motiv, da er relativ plötzlich kommt, und leichtet zusätzlich in den meisten Fällen das falsche Motiv aus – beispielsweise die Fliege, die einem gerade vor die Linse gehuscht ist. 

Tipp: Gerade, wenn man andere Menschen anfangs um Hilfe bittet, die keine professionellen Fotografen sind, ist es umso wichtiger, dass man sich vorab einen genauen Shooting-Plan überlegt hat: welches Outfit, Reitbild oder Porträt wird in welcher Location fotografiert? Dadurch arbeitet man nicht nur seine Shooting-To-Do-Liste ab und hat am Ende jedes Motiv im Kasten, sondern steigert automatisch auch die Qualität der Bilder, weil man mehr Zeit hat, sich mit ihnen auseinanderzusetzen.